“Ich poste ein Bild von mir, weil ich einsam bin. Jeder weiß, wie ich aussehe, aber nicht einer kennt mich.” Andrew Taggart von den Chainsmokers fasst mit diesem Satz gut zusammen, worauf die Internetkultur unserer Zeit basiert. Unser Gehirn will gesehen und gewürdigt werden. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Es will nichts verpassen (FOMO: fear of missing out). Das führt zu immer mehr Bildschirmzeit pro Tag. Und deshalb ist es Zeit für eine Veränderung. Die Niederlande gehen heute offline, werden Sie sich uns anschließen?
Wir wollen, aber können nicht mehr verzichten
Eine App kommt rein, Instagram öffnet sich automatisch und du scrollst weiter auf TikTok. Apps sind so konzipiert, dass man sie immer wieder anschaut, anklickt und teilt. Nicht nur unterhaltungsbezogene Apps funktionieren auf diese Weise. Das gilt auch für Ihre Post. Am Wochenende würden Sie auch am liebsten den kleinen runden Ball in der oberen rechten Ecke loswerden.
All diese Reize führen dazu, dass wir viel mehr Zeit hinter einem Bildschirm verbringen, als wir eigentlich möchten. Die Reize der sozialen Medien erzeugen Endorphine und Dopamin. Stoffe, die uns ein gutes Gefühl geben. Aber es gibt auch eine Kehrseite: Sie machen süchtig. Wir wollen immer wieder das Gefühl von Glück und Belohnung erleben. Wir schaffen es nicht mehr, diese Reize zu ignorieren.
Und so entsteht ein starker Drang, immer wieder auf den Bildschirm zu schauen. Das kann sich auf die Arbeit und den Aufbau von Beziehungen im wirklichen Leben auswirken. Es kann sogar dazu führen, dass Ihr Stresspegel steigt.
Legen Sie also heute Ihr Telefon beiseite und schalten Sie Ihre Computeranwendungen aus. Vergessen Sie die interne Mail und gehen Sie zu Ihren Kollegen hinüber. Aber ein einziger Tag völliger Internet-Entzug wird Sie natürlich nicht von Ihrer Sucht befreien. Deshalb hier einige Tipps, wie Sie FOMO (während der Arbeitszeit) in JOMO (Joy Of Missing Out) verwandeln können.
Arbeit und Privatleben getrennt halten
So einfach das auch klingt, in der Realität ist es oft nicht so einfach. Schalten Sie Ihre Benachrichtigungen aus und kümmern Sie sich während der Arbeit nicht oder kaum um private Angelegenheiten. Schließlich werden Sie am Geburtstag Ihrer besten Freundin auch keine geschäftlichen E-Mails beantworten, oder?
Verbinden Sie Ihr Telefon und Ihren Laptop nicht
Heutzutage gibt es jede Menge einfacher Apps, mit denen Ihr Smartphone und Ihr Laptop problemlos miteinander kommunizieren können. Praktisch, wenn Sie Dokumente übertragen wollen. Aber weniger angenehm, wenn alle Nachrichten von der Nachbarschafts-App oder den Schwiegereltern auch auf dem Laptop ankommen.
Schalten Sie Ihre Benachrichtigungen aus
Einfach und effektiv. Da Sie nicht durch Likes, neue Videos oder eine Nachricht Ihrer Tante auf Facebook stimuliert werden, können Sie sich besser konzentrieren. Die Ablenkung durch den leuchtenden Bildschirm ist nicht mehr vorhanden. Die Neigung, immer wieder auf das Handy zu schauen, sinkt. Nicht genug? Legen Sie Ihr Smartphone außer Sichtweite.
Pläne
Überprüfen Sie Ihre privaten Nachrichten zu einer bestimmten Zeit. Sie können dies in Ihrer Pause tun oder ein paar Minuten am Tag einplanen, um Apps zu öffnen. Achten Sie nur darauf, dass Sie sich an diesen Zeitplan halten. Fünf Minuten Nachrichten lesen ist nicht gleichbedeutend mit dem Anschauen eines 12-minütigen YouTube-Videos.
Feste Zeiten zum Abrufen Ihrer Post
Das Gleiche gilt für Ihre Post. Checken Sie oft Ihre neuen E-Mails? Dann tun Sie dies von nun an jeden Tag zu einer festen Zeit. Das sorgt dafür, dass Sie sich besser auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren können. Schalten Sie außerdem die Benachrichtigungen über neue Nachrichten aus, um unnötige Ablenkungen zu vermeiden.
Blockieren von Websites
Ist es nicht Ihr Telefon, das Sie ablenkt, sondern Sie gehen unbewusst zu Facebook, wenn Sie Ihren Laptop einschalten? Sperren Sie die Website oder legen Sie eine Zeitsperre fest. Auf diese Weise surfen Sie nicht automatisch zu Ihren Lieblingsseiten.
Nehmen Sie sich auch einen Tag offline? Nutzen Sie die oben genannten Tipps, um nicht mehr so abhängig von den (sozialen) Medien zu sein.